Mehr gefällig? Zugfahren in INDIEN

November 20, 2007

Obwohl ich wieder in Deutschland bin und seit Armenien nix mehr geschrieben habe, gibts immernoch bis zu 20klicks am Tag. Wer mag das nur sein ?

Egal…

Ab März wird hier wieder Informiert.Und zwar über INDIEN. Ja, richtig. Im März gehts für einen Monat nach Indien.

INDIEN INDIEN INDIEN, Zug fahren in INDIEN…

Dann gibts hier wieder allerhand neues. NOCH BESSER, NOCH VERRÜCKTER, und vorallem OBEN OHNE. Nein, das oben ohne ist nur der Lockvogel, damit viele Leute über Google auf meiner Seite landen. (Die Schweine)

Yo, bis März.


Grillen

August 11, 2007

Ja, in letzter Zeit hab ich das hier etwas vernachlaessigt. Ich hab beim arbeiten bisschen was zu tun, und mach viel mit den andern Studenten, deswegen hab ich nicht soviel Zeit. Am Mittwoch gehts auch schon wieder heim. Die Zeit hier geht verdammt schnell rum, aber ich bin trotzdem sehr froh wieder heim zu fahren. Es hat spass gemacht hier alles zu sehen und kennernzulernen, aber auf dauer ist mir dann doch die deutschte Ordnung sehr recht.

Die letzte Wochen war ich eingentlich immer beim  Arbeiten und dann mit den andern unterwegs. An einem Tag war ich mit meinen Kollegen auf einem Berg bei einer Aussenstelle von der National Academy und danach haben wir armenisch gegrillt. Der Ausflug war spitze, aber das Grillen war eine Schande. Die nehmen alles erst vom Grill, wenn es pech schwarz ist. Vielleicht sollte denen jemand mal sagen, dass es nicht verbrannt besser schmeckt und nur halb soviel Krebs macht. So, das wars auch fuer heute. Vielleicht finde ich noch die Zeit einen Abschlussbericht zu schreiben.


Busreise

August 2, 2007

Schon wieder eine Woche rum und nix gerschrieben. Das liegt hauptsaechlich daran, dass ich mein Laptop an CrazyKostas ausgeliehen hatte, weil der beim arbeiten vor Langeweile fast gestorben ist. Er hat ihn mir zurueckgegeben weil er jetzt nichtmehr richtig tut. Dem ists zu warm. Wenn man den ne viertel Stunde in den Kuehlschrank legt, tut er wieder fuer ne viertel Stunde. Als ich heute morgen (um 11 auf dem Weg zur „arbeit“) an der Oper vorbeigelaufen bin, hatte es 38*C.

Letzte Woche hab ich mit zwei Andern ein Trip zu einem Tempel und einem Kloster gemacht. Der Tempel ist von den alten Griechen oder so, ich hab das nicht verstanden und der Typ ders erklaert hat, glaub auch nicht. Ist ja auch egal wer den Tempel aufgestellt hat, der war auf jeden Fall ganz nett. Das Kloster war wirklich beeindruckend weil sich da ein paar Generationen die Zeit genommen haben die Kirche komplett mit Saeulen und allem drum und dran in den Fels zu klopfen. Das ist jetzt auch UNESCO Weltkulturerbe.
Ich bin kein Freund von Reise- und Touristenfuehrern, da ich einer Zierlgruppe weit entfernt von den angesprochenen Ossi-Touris, Rentnertouren und Kegelclubjahresausfluegsleitern, angehoere. Deswegen kann ich wieder nur wenig darueber sagen wer die Kirche in den Fels geschnitzt hat und zu welcher Zeit das war, auf jeden Fall muss es eine mords Arbeit gewesen sein.

Die Fahrt dorhin war schon ein Abenteuer und fuer mich Intressanter als die Sehenswuerdigkeiten, da wir wie die Armenen den Minibus genommen haben. Fuer 40km haben wir ca. 1,5h gebraucht. Ich habe jetzt eine neue Definition dafuer was man als Strasse bezeichnen kann, und eine Menge Respekt von den Ingenieuren von Mercedes. Der Bus (Mercedes MB150 – ca. so gross wie ein VW Transporter) in dem wir waren, war mindestens 35Jahre alt und mit 23Personen besetzt . Die ganze Fahrt ueber roch es nach Gummi, Kupplung, Getriebeoel und Abgas. Der Bus konnte den Berg hoch wirklich nicht schneller als 10km/h fahren und musste vor jedem Schlagloch anlauf nehmen. Einmal mussten alle aussteigen und man musste alle Kartoffeln, Tomaten und Wasserkanister ausladen, damit der Bus die 5m Steigung von einem Krater schafft, ohne dass die Stossstange auf dem Boden schleift. Ich freu mich schon bald wieder mit dem Bus von mir zum Matze zu fahren, und darauf, dass sich unser Bus beim ein- und aussteigen ein bisschen zu Seite neigt, damit die Stufe ja nicht zu hoch wird und man bequem einsteigen kann.


Korruption

Juli 26, 2007

Ich glaube langsam versteh ich wie ein paar Sachen hier laufen. Alle sind Korrupt. Bzw. man sieht genau wer hier weiss wie man Geschaefte macht und das mit Rechtsstaatlichkeit und anderen unsinnigen europaeischen Ideen nicht so eng sieht. Natuerlich sind nicht alle Kurrupt, aber es gibt ein paar annahmen, die hier glaub ich hilfreich sind wenn man was werden will:

1. Jeder ist Kurrupt.

2. Man sollte jemand kennen, der noch Korrupter ist als man selbst.

3. Wenn man viel Geld hat kann man noch mehr machen wenn man Korrupt ist.

4. Ein wichtiges Papier wie ein Uni-Abschluss oder ein Personalausweis kann man fuer eine kleine oder grosse Aufmerksamkeit hier und da bekommen.

5. Man ist nicht gleich ein schlechter Mensch nur weil man sich manche Sachen gut bezahlen laesst.

Der Professor der mich betreut ist 72 Jahre und das Institut bezahlt ihm 100 Euro im Monat. Da reicht hinten und vorne nicht. Ich brauch so ca. 75Euro in der Woche und da ist die Wohnung, Wasser, Gas und Strom nicht mitgerechnet. Ich lass es mir hier zwar wirklich gutgehn und geh oft essen und trinken, aber 100 Euro reichen hinten und vorne nicht. Der Professor verdient nebenbei noch Geld mit Privatunterricht fuer reiche Schueler und Studenten, und dadurch, dass es irgendwelche Kongresse organisiert.

Im Hof steht steht immer ein neuer 7er BMW, die einem anderen Proferssor gehoert. Der verdient auch nur 100 Euro im Monat, ist aber anscheinen ganz gross dabei sich gut fuer irgendwelche ominoesen Gutachten bezahlen zu lassen und bestimmten Politikern die Ehrendoktorwuerde zu verleihen.

Viele haben hier einen „Nebentatigkeit“. Wenn man hier in Krankenhaus muss, kann mit einer kleinen Spende an die Verwaltung dafuer sorgen, dass die Rechnung verschwindet. Wenn man von der Polizei angehalten wird sollte man Zigaretten oder Vodka im Auto haben, dann gehts schneller. Wenn man zufaellig jemand kennt, der eine Stufe hoeher ist als ein Streifenpolizist, muss man nichtmal anhalten. Ich lauf hier jeden morgen zum arbeiten ueber eine Kreuzung, wo die Polizei steht. Die steht dort den ganzen Tag, damit sie den Verkehr anhalten koennen, wenn der Praesident nach Hause will. Wenn ihr langweilig ist halten sie einfach Autos an und bekommen dann Zigaretten. Die winken immer mit ihrem Stock, und die grossen Karossen fahren einfach weiter. Das darf man hier wohl. Jetzt weiss ich auch endlich was es heisst, dass ein Mercedes eingebaute vorfahrt hat.

Also ich hab das hier alles die letzten vier Wochen genau beobachtet und ein paar Leute diesbezueglich ausgefragt. Mittlerweile weiss ich glaub ganz gut wies laeuft. Jedenfalls bin ich am Monatg mit dem Griechen ins Hotel neben meim Haus gegangen und hab dem Portier ca. 4 Euro fuer den W-Lan Schluessel gegeben, damit ich in meiner Wohnung surfen kann und nicht immer Geld fuers Internetcafe ausgeben muss. Leider ist in meiner Wohnung die Verbindung schelcht, oder irgendwas anderes klappt nicht, jedenfalls kann ich ins Netzwerk vom Hotel, aber nicht ins Internet. Naja, es ist ja noch kein Profi vom Himmel gefallen. Jedenfalls wars rausgeschmissenes Geld und ich bin im doch froh, dass in Deutschland alles seine Ordnung hat.


Bald gibts wieder mehr…

Juli 22, 2007

Ich hab leider gerade mit bedauern feststellen müssen, dass ich das letzte mal nicht gespeichert hab und deswegen heute nix hochladen kann. Ich schreib deswegen nur kurz was es so neues gibt. Ich war am Freitag mit dem Kolumbier auf einer sehr komischen Party, bei der rotes Wasser an der Wand runtergelaufen ist, das aussah wie Blut. Ich hab dem Kolumbier natürlich gezeigt wie man den Haifisch macht und er fands ziemlich lustig. Am Ende waren wir beide gut dabei und der Aufzug zu meinem Apartement kaputt, aber die paar Meter waren immernoch besser als vom Nachtbus heimzulaufen.

Beim Arbeiten hab ich in der letzten Woche wirklich was gearbeitet. Ich muss morgen das deutsche Hochschulwesen und meinen Studiengang präsentieren. Das wird bestimmt lustig weil der armenische Bildungsminister kommt und ich deswegen ein Dolmetscher bekommen, der von Englisch in Armenisch übersetzt. Den Bildungsminister hab ich diese Woche schon kennegelnert. Ist nen risiger Typ der mit seim kleinen Dolmetscher durch die Gegend läuft. Die nennen die Asterix und Obelix und das triffts ziemlich gut.

So, das wars dann auch schon wieder.


Heute gibts Bilder

Juli 19, 2007

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Wasserparty

Juli 15, 2007

Gestern war ich kelttern. Zum ersten mal. An der Grenze zum Azerbaijan.  War ziemlich cool weil wir weit gefahren sind und ich jetzt endlich mal was von ausserhalb der Stadt gesehen hab. Und wer kann sonst noch behaupten mal in Azerbaijan (Fuer die die es nicht wissen: Das ist ein Land, das gibts wirklich) geschaut zu haben. Sieht langweilig aus. Klettern war ganz nett, auch wenn es auf Dauer sicherlich maechtig langweilig ist. Bin ziemlich hoch gekommen und maechtig stolz das ich mich ueberhaupt getraut hab. Hier ist das etwas abenteuerlicher als anderstwo da es Schlangen gibt und das Seil… Wir hatte am Anfang einen kurze Einfuehrung. Wenn man eine Schlange sieht einfach hinter dem Kopf greifen und runterschmeissen. Die giftigen hauen von selber ab weil es denen zu laut ist.  Das Seil haette sicher ein bisschen TUV vertragen koennen. Ich dachte mir aber da es sicher schon seit 20 Jahren benutzt wird und Made in W.Germany war wird es schon nicht reissen wenn ichs brauch. Ausserdem ist einer vom Kletterverein vorher ca. auf 90m geklettert, ohne Seil, um es fest zu machen. Ich war dort mit dem ersten offiziellen armenischen Kletterverein Yerevan. Hat einer von den andern Praktis ueber irgendjemand, das irgendjemand kennt organisiert. War ne lustige Runde mit lustigen Armeniern.  

Heute ist hier Wasserparty-Tag, an dem alle mit Wasser nassgemacht werden duerfen die man trifft. Die feiern, dass sie fliessend Wasser haben. Total verrueckt. Ich bin bis jetzt verschont geblieben, aber man sieht hier heute immer mal wieder jemand mit gaaaanz nassen Klamotten und Kinder mit riesen Eimern und Pistolen. Ich hab heute leider kein Wasser. Seit Freitag abend gibts bei mir im Haus (ich glaube im ganzen viertel) keins mehr. Mein Tank ist seit heute morgen leer. Deswegen war ich gerade bei den anderen Praktis im Vorort duschen. Meine Kleider sollte ich langsam mal wieder Waschen, aber das geht ja schlecht ohne Wasser. Ich bring sie glaub einfach in eine Waescherei.

So, das wars fuer heute.


Heimatverein

Juli 13, 2007

Heute war’s armenisch. Vom arbeiten kenn ich ein, Naktora oder so ähnlich, ich weiß weder wie man das schreibt noch weiß ich wie man das ausspricht. Er war der Distanzierteste von allen, aber mittlerweile hab ich eine gute „Connection“ zu ihm gefunden. Jedenfalls hab ich mich gestern schon lang mit ihm unterhalten. Eigentlich mag er keine Deutschen. Zuviel Krieg, Völkermord…

(Vorsicht, jetzt wird mein Bericht dokumentarisch)

Er sieht sich selbst Westarmene, was ziemlich tief in seiner Identität verwurzelt ist. Seine Großeltern leben in einem Ort namens Van und wurden dann 1917 von den Türken vertrieben. Er hat mir von den Vertreibungen erzählt, wovon seine Großeltern betroffen waren, welche ihm wohl viel davon erzählt haben als er noch jünger war.

Ich hab irgendwann rausgefunden, dass er in einer Organisation ist, die fast schon fundamentalistische Ansichten vertritt und dafür kämpft dass der Völkermord durch die Türken anerkannt wird und langfristig die Gebiete aus denen die Menschen vertrieben wurden an Armenien zurückgegeben werden. In der Türkei, und dass hab ich extra noch mal nachgelesen, ist es Verboten die „vereinzelte Deportierung von Armenen in ihr ursprüngliches Siedlungsgebiet“  als Völkermord zu bezeichnen und wird mit zu 5 Jahren Gefängnis bestraft. In der Türkei gilt das als Herabwürdigung der Türkentums. International ist es jedoch als Völkermord anerkannt, und in Frankreich ist seit einiger Zeit sogar Verboten den Völkermord zu leugnen.

Das alles ist hier ziemlich präsent. Der Konflikt mit den Azerbaijanern führ auch auf die Ereignisse im ersten Weltkrieg mit den Türken zurück. So hat ers zumindest erklärt. Jedenfalls ist er in dieser Organisation, die sich mir später als eine Art „Heimatverein“ von Westarmenen rausgestellt hat. Zurück zu meinen Erlebnissen 2oo7

(So, jetzt ist der dokumentarisch Teil vorbei)

Nachdem ich mit ihm im Büro ca. 1 Schachtel Zigaretten geraucht und 1L Kaffee getrunken hab, hab ich mich bei ihm zu einer Probe in seinem Verein eingeladen. Das war gestern. Heute war dann auch schon mein großer Tag. Klatschen, Singen, Tanzen, Duduk spielen und Trommeln, war alles dabei. Duduk ist eine Mischung aus einer Flöte und dem Ding mit dem alte Menschen nach ihren Hunden pfeifen. So klingt es zumindest, find ich. Fürs singen hatte ich noch die beste Ausrede, da ich ja kein armenisch kann. Duduk spielen ist echt schwierig, und das obwohl ich 2 Jahre im Gymnasium geflötet hab. Trommeln ist nicht so schwer. Es hat mich erst etwas Überwindung gekostet als ich dazu aufgefordert wurde mitzutanzen, aber ich hab’s gemacht. Ging ja eh nich anders. Außerdem will ich ja was erleben hier, und dafür Riskier ich gern mich eventuell zum Affen zu machen. Nach den ersten Minuten hab ich angefangen mich dort prächtig zu amüsieren. Ich glaube, wenn mich jemand gesehen hätte der mich kennt, der wäre der erstickt vor lachen. (Das wär Mos letzte Stunde gewesen). Der Tanz hier ist sehr Fremd und anders als alles andere was man so kennt. Ich bin regelrecht über den alten Sporthallenboden geschwebt, wie alle anderen auch.

Leider sollte ich keine Fotos machen. Ich konnte es mir aber nicht verkneifen ein paar Sekunden Video zu sichern, da mir klar war das man so was nicht beschreiben kann, ohne das jeder ein völlig falsches Bild davon bekommt oder es für übertrieben hält.. Das Lied, da konnte ich leider noch nicht mitmachen, war übers Heiraten, angeblich schon über 1000Jahre alt. Aus Westarmenien, natürlich. Auf jeden Fall stand ich da irgendwann mitten drin. Prächtig …


Privat Swimming-Pool, Hoher Pegel im 11 Stock…

Juli 13, 2007

Heute Morgen hat um ca. 7:45 das Telefon geklingelt. Fand ich zum kotzen. Es hat zum Glück wieder aufgehört und ich wollte weiterschlafen. Dann hat’s an der Tür geläutet. Ich hab mich dann angezogen und aufgemacht. Auf dem Weg zur Tür hab ich dann schon eine Vermutung anstellen können was das Problem sein könnte. Meine erster Gedanke war: „Scheiße“. Durchs Guckloch konnte ich ne ältere Dame erkennen. Hab ihr aufgemacht. Sie wohnt im 10. Sie hat dann ne Weile irgendwas geredet und ist dann wieder nach Unten. Dann hab ich angefangen zu wischen. Außerdem hab ich den Stöpsel gezogen. Trotzdem war’s ne scheiß Situation.

Jedenfalls ziehe ich die Schlussfolgerung aus der Wasserlache im Gang und der Küche und an dem gefuchtelt der Dame, dass  unten irgendwie der eine oder andere Tropfen Wasser durch die Decke gekommen sein muss. In meiner Küche und im Gang war ca. 3cm Wasser über Null.

Ist halt dumm gelaufen. Gestern hab ich mit den andern Ausländer Karten gespielt und Bier getrunken. Ich hatte leider keine Zeit den Topf mit den Nudeln spülen, die bei mir traditionell immer ein bisschen in den Topf backen. Ich hab mich dann irgendwann entschlossen den Topf über Nacht einweichen zu lassen und mir dann morgen zu überlegen ob und wann ich den dann spül. Einer von den Praktiks hat gestern dann den Hahn aufgedreht und mich verwundert gefragt warum da kein Wasser kommt weil die in ihrem Vorort 24h Wasser haben. Zugedreht hat er ihn natürlich nicht ganz. Als dann heute Morgen das Wasser um sieben wieder angestellt wurde, war natürlich der Wasserhahn noch offen. Das Wasser kam also raus und da der Stöpsel drin war konnte das Wasser aus dem Hahn nicht durch den Abfluss nach unten sondern eben erstmal nur auf den Fußboden und dann in den 10 Stock. Hier trocknet zum Glück alles sehr schnell da es warm und trocken ist. Im Nachhinein ist’s ziemlich lustig, auch wenn ich heute Morgen einen mächtigen Schreck bekommen hab und körperliche Arbeit wie wischen vor acht Uhr wirklich ätzend ist. Ist ziemlich gut gelaufen, wieder was erlebt und wenn ich daran denke wie es hätte Enden können war’s ein riesen Glück.


Wilhelma mit erhöhtem Spaßfaktor.

Juli 8, 2007

Endlich Wochenende. Nachdem ich Freitagabend nur kurz mit den andern Praktiks unterwegs war, war Samstag Aktionstag. Wir sind erstmal gemeinsam, nach einer Odysee durch Yerevan, im Zoo gelandet. Für ca. 30 Cent eintritt gab’s wirklich was zu sehen. Im Schlangenhaus war das ein oder andere Glas kaputt, so dass es wirklich abenteuerlich war, und auch die Löwen waren nicht wirklich gut weggeschlossen. Die Käfige sind dort glaub ich traditionell sehr vollgeschissen, die Tiere sind in einem eher dürftigen Zustand und der armenische Negerknut ist auch nicht halb so cool wie der echte. Trotzdem ist so ein Zoobesuch hier ein größeres Erlebnis als Wilhelma. Hier darf man alles man in Deutschland gerne machen würde. Für ein paar cent kann man den Tieren was zu essen kaufen, und dann reinschmeißen, oder wies die Armenen machen, einfach Chips nehmen und die dann den Tieren zum Fraß vorwerfen. Ist wahrscheinlich billiger. Einer hat ne Colafalsche zu den Rotarschaffen (ich kenn leider die biologisch korrekte Bezeichnung für die Affen mit den roten Ärschen nicht) geworfen. Der Affe hat’s sogar geschafft den Verschluss aufzudrehen. Ich hätte den Affen gern ein Bier ausgeben, aber die Glasfalschen sind nicht so gut zu werfen. In Armenien haben die Tierschützer augenscheinlich noch keine so große Lobby. Die Käfige von den mehr oder weniger gefährlichen Lebewesen waren eigentlich alle so gestaltet, dass man durch die Gitter greifen konnte um die Tiere zu streicheln. Was bei den Kindern sehr beliebt ist, ist es das Vieh mit dem Plastik-Jedischwert, dass eigentlich überall im Zoo verkauft wurde, „anzustupfen“ damit da ein bisschen Leben in den Käfig kommt und die Tiere einige Laute von sich geben. Manchmal konnte man sich nämlich nicht sicher sein ob das Tier im Käfig bei 35° einfach keine Bewegung vertragen kann, oder ob es schon das zeitliche gesegnet hat. Aber um Klarheit zu schaffen gibt’s ja das Jedischwert. Für ca. 1 Euro konnte man sich eine Phyton um den Hals hängen lassen oder ein Tigerbaby auf den Arm nehmen um Photos zu machen. Da Schlangen nicht so mein Ding sind, und der kleiner Löwe einen kleinen Jungen bös gekratzt hat, habe ich auf bei des verzichtet. Deswegen gibt’s nur ein Photo vom Ire mit der Phyton.
Irgendwann sind wir mit nem Minibus wieder in die Stadt und haben bei mir ein Bier geschnappt. Die ganzen Ausländer waren sichtlich überrascht als ich für jeden eins aufgemacht hab. Ich dachte zumindest der Ire ist das gewöhnt.

Ich hab dann nen Mittagschläfchen gemacht und bin danach mit den Andern auf die armenische Variante vom Live Aid Konzert gegangen. Armenischer Country, abgefahrene Musik, sowas hab ich noch nie gehört. Danach bin ich noch mit dem Kolumbier, zwei armenischen Fremdsprachenkorrespondentinnen und nem Spanier, die alle drei der Kolumbier angeschlappt hat, in nen Nachtclub hier. Musik, Bier und Einrichtung sind genau wie in Deutschland, abgesehen davon dass hier alle relative Nüchtern und ohne Drogen ihren Spaß hatten, und das obwohl ein Bier gerade mal nen Euro kostet. Die Leute hier Tanzen ziemlich amüsant, zumindest vor dem Hintergrund, dass sie nüchtern und auf ner fast leeren Tanzfläche sind. Es war nicht gerade voll, aber ich hab mir sagen lassen dass es für armenische Verhältnisse gut gefüllt sei. Ist den Leuten hier zu teuer und außerdem ist es Sommer und viele Bars sind geöffnet. So gegen halb eins hat sich der Laden schon geleert und die Mädels sind heim. Der Rest hat sich dann noch mal in ner Bar auf ein Bier eingelassen, und der Spanier hat ziemlich gut deutsch gekonnt und mir vom Oktoberfest und Karneval erzählt. Die Spanier sind aber auch wirklich überall anzutreffen.

Hier ist zwar vieles anders, aber einiges haben sie aus aller Welt zusammengetragen. Der Landschaftsplaner hat in Stuttgart abgeschaut und die Stadt in einen Kessel gelegt. Der hat auch den Fernsehturm am Rand nicht vergessen. Die Plattenbauten kommen aus Lauchau und Plattenhardt. Die Freitreppe war auch eine gute Idee, nur dass sie die etwas vergrößert haben. Unsern Hauptbahnhof haben sie fast 1:1 übernommen, nur ist es eben kein Bahnhof mehr, sondern das Außenministerium. Ein Viertel haben sie glaub ich aus Südamerika eingeflogen. Schöne Wellbelchhütten auf einem grünen Hügel. Die Verkehrsführung kommt aus Italien, nur dass sie hier klarer unorganisiert ist. Sogar unsern Knut haben sie, zwar in schwarz aber immerhin. Und eben den lustigen Quotenspanier der in jeder europäischen Kleinstadt zu finden ist hat’s hier auch.
Teletubbies und Spiderman sind auch vertreten, wobei die Teletubbies hier auf Opium sind. Die sehen hier bekifft aus und sind gefährlich. Ich hab glaub schon gesagt, dass hier noch keiner von uns über den Tisch gezogen worden ist, und noch keiner Tourizuschlag entrichtet hat, aber ein Teletubbi hat versucht uns zu gangstern. Wir waren hier auf einem großen Platz vor der größten Kirche und da ist ein Teletubbi rumgelaufen und hat Luftballons verkauft. Der Grieche hat ein Foto mit dem gemacht und dann wollte das Vieh 2000 Dram von ihm, das sind ca. 4€. Er hat ihm dann 150 gegeben, was zwar immer noch zuviel ist, aber besser als ne Boxerei mit nem drogenabhänigen Teletubbi.

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Indianer im Suedkaukasus

Juli 6, 2007

Jo, schon wieder ein Tag rum, und ich weiß nich mal mehr welcher es war. Die Zeit vergeht hier wie in ner Mondrakete. Heute beim arbeiten war nix los. Susi musste um zwei irgendwohin, ich glaub auf ne Taufe und David hatte seid einiger Zeit Zahnschmerzen und hat deswegen heute seinen ersten Goldzahn bekommen. Ich glaube goldene Zähne sind hier ein Statussymbol. Man sieht immer mal wieder jemand der goldene Schneidezähne hat, und so froh wie David heute betont hat das es ein goldener Zahn wird muss da was dran sein. Ich hab den Eindruck das das was in Deutschland ein großes Auto ist, hier goldenen Zähne entspricht und dann kommt anstatt nem deutschen Einfamilienhaus eine dicke S-Klasse oder ein großer amerikanischer jeep. Überhaupt sind Europa und Amerika sehr wichtig hier.
Gestern war hier Verfassungstag. Da war hier ein großes Jazzkonzert mit zuerst armenischen und dann amerikanischen Jazz. Gleichzeitig haben sie den 50zigsten der europäischen Flagge gefeiert und ein mächtiges Feuerwerk gezündet. War wirklich sehr schön. Ich war mit den anderen Praktis dort in nem riesen Menschenauflauf voller armenen auf den Kaskaden, dass ist der armenische Verschnitt der Stuttgarter Freitreppe. Nur viel größer. Irgendwann kam ein Kamerateam zu uns und hat den Ire interviewt was für ihn die EU bedeutet und ob er für oder gegen die Aufnahmeverhandlungen für einen EU Beitritt von Armenien ist.
Gestern „früh“ sind wir hier die ganzen Sehenswürdigkeiten abgelaufen und ich hab mir einen ordentlichen Sonnenbrand eingefangen. Deswegen denken jetzt wahrscheinlich alle die das Interview sehen, dass hier ein Indianer Urlaub macht. Susi hat mir heute so ne Art Quark besorgt den man in Armenien zu nem guten Frühstück oder auch mal bei Sonnenbrand verwendet. Vielleicht besorg ich mir auch noch zwei Gurkenscheiben für die Augen und mach mir ne Wellness-Quark-Gurken Maske gegen Sonnenbrand und für reine Haut. Die Sonne hier ist aber wirklich krass. Irgendwie fehlt der Atmosphäre hier ein bisschen Ozon oder so ein kack.

Morgen geh ich mit den Prakti-Affen in den Zoo. Ich bin ueberrascht das es hier sowas hat. Ich hab hier noch nen Kolumbier getroffen. Auch da war ich ueberrascht das es hier sowas hat.
Der studiert Agaringenieurwesen- und ökonomie. Was wohl vorhat. Ist aber ein lustiger Typ. Jo, jetzt ist es aber schon mächtig spät geworden. Hier ist es immer 3 Stunden später. Wie man sieht haben hier die Internetcafés so wie vieles andere eingentlich rund um die Uhr offen. Ich sag nur Servicewüste Deutschland. Hier ist der Kunde nämlich wirklich König.
Hier hats sehr viel was das leben angenehm macht. Manche Sachen find ich wirklich lustig. Zum Beispiel kann man hier an bestimten Ampeln winken, dann huepft einer ausm Gebuesch oder sonst woher quer ueber die Strasse, dem gibt man dan ca. einen Euro und der leert dann eine 1,5L Flasche Sprite (wahrscheinlich ist da keine Sprite drin sodern Benzin) in den Tank. Wenn nicht rechtzeitig alles im Tank ist fangen alle anderen an zu Hupen. Das passiert auch manchmal um 1 Uhr nachts, was ziemlich aetzend sein kann. Zum Glueck hab ich Ohropax mit fuer einen ruhigen schlaf.


Mittwoch 22:30

Juli 6, 2007

Normalerweise bin ich Mittwochs um diese Zeit in der Sansibar und hab schon zwei drei vier Bier festgenommen. Das geht hier leider nicht. aber ich hab mir trotzdem ein ne Flasche Bier besorgt. Und damit ich nicht nachfüllen muss hab ich die 1L Flasche genommen. Ich war mir zeitweise nichtmal sicher obs überhaupt Bier ist, aber meine Vermutung hat schon gestimmt. Schmeckt recht gut. Hier hats leider nur ganz wenige Selbstbedienungs-Supermärkte. Meistens sind das nur so kleine Kioske. An dem einen gibt’s was zu trinken, an dem anderen dann Zigaretten, Zeitungen und Telefonkarten, beim nächsten denn Chips und Snickers und so weiter, wobei ich gerne wissen würde in welchem Zustand die Snickers sind nachdem die den ganzen tag bei 30 Grad aufm Tresen liegen. Vielleicht finde ich das noch raus. Jedenfalls steh ich immer an dem Läden, zeige auf das was ich haben will und leg dann nach und nach Geldstücke auf den Tresen bis der dahinter freundlich mit dem Kopf nickt. Das ist auf jeden Fall nicht wirklich vorteilhaft für mich, da ich ohne Brille meistens nicht genau erkenne worauf ich da zeige. Und das Armenisch und Russisch kann ich ja eh nicht lesen. Jedenfalls hat das bis jetzt eigentlich immer ganz gut geklappt.
An einem Stand auf dem Weg zum Institut habe ich mir gleich am Montag Zeit genommen um der Babuschka im Häuschen zu erklären dass ich gerne eine Telefonkarte haben will. Sie hat dann nach und nach alles auf den Tresen gepackt was ihr Shop so zu bieten hatte und war sichtlich erleichtert als ich nach dem ca. 20 Artikel endlich „jo, aio“ sagen konnte. Da sie wenigstens meine Pantomime „telefonieren“ verstanden hatte, hat sie mir sehr geduldig nur Dinge wie Handyoberschalen, Handymagazine und Bändel die man an das Handy macht, aufgetischt. (Könnt ich armenisch hätt ich gesagt: „Wenn ich nichtmal ein Wort armenisch rausbekomm, was soll ich dann mit nem armenischen Handymagazin, alter?“) Jedenfalls wollte ich dort heute Morgen Zigaretten kaufen. Das war aber unmöglich. Die gute Dame hat sich gefreut mich wieder zu sehn, irgendwas gesagt und gleich fünf oder sechs verschiedene Telefonkarten auf den Tisch gelegt. Da halfen auch die geübte „rauchen“ Pantomime und die Worte Malboro nix mehr. Jetzt hab ich eben ne zweite Telefonkarte, die erste ist eh bald leer. Heute war ich außerdem an dem Hotdogstand bei mir um die Ecke. Der Verkäufer hat natürlich gleich gemerkt dass ich ein Touri bin, und anstatt mich wie in manch anderen Länder üblich, gnadenlos über den Tisch zu ziehen ein bisschen Smaltalk auf englisch mit mir gemacht um sich nachher mit einem „Tschüss, auf Widersehen“ bei mir zu verabschieden.
Ansonsten gab`s heute beim arbeiten mal wieder ein bisschen Wissenschaft, wieder viele neue Leute und zuviel Kaffee (kleine Anmerkung an andere Praktikanten: Mir wird der Kaffee gemacht). Außerdem wurde ich heute noch in das Büro des Direktors der ganzen Akademie (ca. 2.500 Wissenschaftler) eingeladen um das schon beschriebene „Welcome“ zu zelebrieren. Der Direktor macht nebenbei noch irgendwelche Faxen mit der Regierung und hatte einen Dolmetscher der von Deutsch auf Russisch übersetzt hat. Der Direktor war der erste hier der wirkte als ob er ein paar Leichen im Keller hat. Soll aber sehr nett sein. Vielleicht lags daran das er immer russisch gesprochen hat und das klingt irgendwie recht deftig.
Gerade hab ich mir von meim letzten armenischen Geld ne russische DVD besorgt auf der anscheinen auch die englisch Tonspur drauf ist. Hoffentlich kann ich morgen Geld wechseln.
Morgen ist nen Feiertag. Ich treff mich mit nem Grieche und nem Ire die auch an der Akademie sind.


Dritter Tag

Juli 3, 2007

Dritter Tag,

Jo, dritter tag. Heute bin ich aufgestanden, hab wie gestern schon angekündigt relativ kalt geduscht ohne zu Fluchen danach kurz nen Nescafé gezogen und ein Stück armenisches Brot verdrückt, das in Kombination mit Nutella etwas komisch schmeckt. Zu salzig. Auf dem Weg zur Arbeit hat’s eine französische Bäckerei bei der ein Eifelturm aus Zucker im Schaufenster steht, da werd ich morgen mal vorbeischauen.

Beim arbeiten hat mir die Dame die bei mir im Zimmer hockt (bzw. bei der ich im Zimmer sitz) erstmal nochn Kaffee gemacht. Hatte eigentlich gar kein bock, aber da ich absolut kein armenisch und nur eine Handvoll Wörter russisch gelernt hab musste ich und ablehnen geht hier ja sowieso nicht, egal bei was und auf welcher Sprache. Danach gab’s ein Stück Kuchen. Hab mal wieder vergessen wie es heißt, aber das sieht aus wie das Zeug das bei jeder gut geführten Dönerbude hinter dem Glas zwischen Salat und Schafskäse liegt. Es ist aus Blätterteig und schmeckt nach Marzipan und trockenem Croissant, ein bisschen Fremd aber gar nicht schlecht. Hier bekommt man überall was zu essen, egal ob man will oder nicht. Die essen hier ziemlich türkisch hab ich den Eindruck bzw. das türkische Essen ist ziemlich armenisch. Natürlich!

Überhaupt sind die hier ein sehr stolzes Volk. Die Leute mit denen ich bis jetzt gesprochen hab wissen bestens über die (armenische/welt-) Geschichte bescheid und worauf man sonst so Stolz sein kann. Außerdem hab ich den Eindruck, dass die hier immer bestens bescheid wissen was so in der Welt abgeht. Mit Susi hab ich mich ne weile über Bomben in London und Bagdad unterhalten, den Eurovision Songcontest, über billige Küchengeräte aus China und deutsche Wertarbeit. Susi will eine Siemens-Küchenmaschine.

Irgendwann hat mir die Lady aus meim Zimmer noch einen Dr. Sedzak vorgestellt. Der ist ca. 30. Da ich aus „germany“ bin und „Mechanical Engineering“ studier hat er das Bedürfnis verspürt mir ein Buch zu schenken indem seine Doktorarbeit drin ist. Das wurde in Moskau veröffentlicht. Soweit ich ihn richtig verstanden hab hat er sich wohl ziemlich ausführlich und ziemlich theoretisch mit plastischen Verformungen auseinandergesetzt. Ein paar Formeln und Abbildungen daraus kommen mir bekannt vor (was ich schon ziemlich cool finde). Mir scheint es aber als ob es den Typen am Institut vergnügen macht alles in irgendwelche partiellen Differentialgleichungen zu pressen. Wenn ich hier noch halbwegs lern wie man so was macht kann ich wirklich zufrieden nach hause. Ansonsten ist das Buch weitgehend unverständlich und russisch, aber russisch lern ich dann nach den Faxen mit den DGLs.


Volltreffer

Juli 2, 2007

Nachdem ich gestern ja schon nur positives über mein Appartement berichtet hatte, kann ich heute auch noch nur positives von meim „Praktikumsplatz“ berichten. Ich bin an der National Academy of Science of Armenia. Die hat ca. 10 Institute. Die ist anscheinend ziemlich angesehen. In Russland (und Armenien, na klar) kann ich wohl viele Punkte sammeln wenn ich darauf hinweis, dass ich dort mal was gelernt hab. Die Academy hat irgendwann mal nen Nobelpreisträger gezeugt. Irgendein Astrophysiker der paar Galaxien gefunden hat oder solche Faxen. Die Nachnamen hier sind ziemlich abgefahren und unaussprechlich, deswegen kann ich mir den Namen von dem Nobelpreisopa natürlich auch nicht merken. Nachdem mir der Professor Mels Belubekyan auf armenische weise „welcome“ gesagt hat, hat er mich an so nen Fuzzie, David weitergegeben. Das Armenische „welcome“ ist ein eklig weicher Cracker zudem ein guter armenischer Cognac gereicht wird, damit man den Cracker runterspülen kann oder so ähnlich. David, der Fuzzi an den ich weitergegeben wurde macht gerade an der Academy sein Ph.D also sozusagen sein Doctor. Der hat mir einiges über seine Arbeit erzählt und was er so forscht.

Seit dem Erbeben 1988 haben die die Forschung über Wellen auf Oberflächen vertieft.

 

(So, den Teil sollte man nur lesen wer die Zeit hat)

Normalerweise wird die Ausbreitungsgeschwindigkeit und andere Parameter immer bestimmt indem man eine Oberflächenwelle auf einen 2D Problem zurückführt. Der Prof. hat dann untersucht wie die sich verhalten wenn es sich um anisotropische Materialen handelt, also Materialien die verschiedene Richtungseingenschaften aufweisen. David untersucht seit drei Jahren was für Faxen die Wellen machen wenn man es nicht auf ein 2D Problem zurückführt, sondern das reale 3D System untersucht. Also sozusagen was passiert wenn der z-Vektor nicht als infinitesimal klein angenommen wird. Er hat Mathematik hier in Yerevan studiert , war dann ne Weile in den USA und Russland um dort zu Forschen. Das ist auch der Grund warum er ziemlich viel mit Differentialgleichungen rumballert. Es war heute wirklich faszinierend wie gut jemand aus Armenien theoretische (mathematische) Probleme mit einem russischen Buch einem Deutschen erklären kann. Ich hab wirklich was gelernt. Differentialgleichungen sind was Feines und Wellen brauchen einem keine Angst machen. Früher war ich immer der Überzeugung, dass bei diesen Wellen und Schwingungen niemand genau weiß was da abgeht. Deswegen waren mir die Schwingungen und Vibrationen in Fahr- und Flugzeugen immer eine Sorge. Da ich heute aber gemerkt hab, dass sich jemand so gut damit auskennt, kann ich beruhigt in 6 Wochen in die alte Propellermaschine von Prag nach Stuttgart steigen.

(So, jetzt ist der arbeitsteil vorbei)

 

Irgendwann kam dann Susi (ich finde das ist ein lustiger Name für jemand aus Armenien). Susi ist eine 26 jährige Armenierin und arbeitet halbtags als Übersetzerin von armenisch ins russische. Sie hat aber „Russisch und Europa“ studiert. Deswegen spricht sich ziemlich gut englisch und weiß bestens über die politische Situation in Deutschland bescheid. Wahrscheinlich besser als ich.

Mit ihr hab ich mich dann 5h bestens unterhalten. Sie hat mir unvorstellbare Dinge erzählt. Zum Beispiel, dass hier nach dem Zerfall der Sowjetunion 3Jahre (!) keinen Strom gab und im Winter „Heizhallen“ falls es einem zuhause bei -15°C zu kalt wurde. Unvorstellbar das das gerade mal ca. 15 Jahre her ist. Wenn ich morgen unter der halbwegs kalten Dusche steh wird ich sicher nicht fluchen. Außerdem hat sie mir was zum Mittagessen besorgt. Ich weiß nicht was es war und hab vergessen wie es heißt, es hat jedenfalls nach Huhn geschmeckt, war warm und sah ähnlich aus wie ein Yufka. War wirklich gut. Susi’s großer Traum ist es sich in 1-2 Jahren ein Auto kaufen zu können, deswegen arbeitet sie den anderen halben Tag in einem Krankenhaus in der Verwaltung. Ein halber Tag sind hier 5h. (2×5=10). Außerdem musste ich heute noch 2 mal „welcome“ sagen, wobei ich den Cracker weggelassen hab.

Das Video von meim Appartement hats gestern dochnicht hochgeladen, deswegen versuch ichs heute nochma.


Erster Tag, erste Stunden

Juli 1, 2007

Jo, also jetzt bin ich angekommen. Das ist schon mal gut.

Ich hab zuerst 12 Stunden in Prag auf den Flug gewartet. Dann in Armenien, nach nem ekligen Baguette am Flughafen und ner Cola mit Armenischem Etikett, hat mich nach 6 Stunden wie vereinbart jemand abgeholt. Als dann der Type kam ging aber alles Gott sei dank recht fix. Der Minibusfahrer hatte kein Problem sein Bus mit den Kabeln, die aus dem Armaturenbrett hingen, anzulassen und auch dass es keine Ampeln aber ziemlich viel Verkehr gibt hat ihm, im Gegensatz zu mir, nur sichtbar wenig Sorgen gemacht. Das der Bus so gut wie keine Fenster mehr hatte war auch kein Ding. Der Type der mich geholt hat, Ares, ist ziemlich locker drauf und scheint unkompliziert zu sein. Er hat mit der Vermieterin gesprochen und mir alles erklärt. Wasser gibt’s von 7:00-20:00 aus dem Hahn. Danach ist eigentlich nix mehr mit Duschen, kochen oder WC. Aber in der Wohnung hat wohl mal ein schlauer Fuchs gewohnt. Es gibt nämlich eine interessante Eigenkonstruktion mit einem 200L Tank an der Decke in dem ich Wasser speichern kann. Den Tank kann man eigentlich auch beheizten, wobei das leider nicht mehr tut. Naja, kalt duschen ist auch schön wenn man hier nur ne halbe Stunde rum gelaufen ist und das das Wasser aus dem Tank dann nur Kalt die Klospülung füllt stört mich auch nicht. Der Gasherd ist meiner Meinung nach Sicher, wobei meine Mama allein bei dem Anblick der Gasflasche das Haus verlassen würde. Das eine ist der Gasherd. Das andere mein Haus, dann kommt noch die Aussicht von meim Zimmer.
Jo, das ist der GasherdMein Block, altercimg3332.jpg

Achja, und ich wohn im 11 Stock. Mit Aufzug. Ich soll ihn nur nach 20:00 Uhr nichtmehr benutzen, dann wird nämlich das manchmal der Strom abgestellt. Außerdem soll ich bisschen aufpassen mit den Elektroinstallation, also nicht reinfassen und so, aber meistens sind die kritischen Stellen so weit oben angebracht, dass man eh nicht hinkommt wenn mans nicht drauf anlegt. So, das wars für heute. Unten ist noch ein Video von meiner Wohnung. Ich hab mir echt mühe gegeben und es fast eine Stunde hochgeladen. Das Internet ist hier 64k ISDN für ca. 6 Leute, aber für hier echt Hightec. Ich empfang in meiner Wohnung auch ca. 10 Wlan Netze, kann aber komischerweise nicht verbinden obwohl sie offen sind. Falls jemand weiß woran das liegt gebt bescheid.
Jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Ich hab dann schnell und doch ziemlich kalt geduscht und natürlich meiner alten Tradition folgend ein nickerchen gemacht. Im Innenhof ist die älteste Kirche in ganz Armenien. Der Gesang der armenischen Granzien bei Gottesdienst vermischt mir Straßen und Baulärm hat mich sanft in den Schlaf begleitet.


Eine kleine Einführung

Juni 18, 2007

Die Einführung

Jo, also das hier ist das was man auf denglisch einen Blog nennt. Es ist sozusagen mein Eriwan-Tagebuch. Zumindest werde ich versuchen über jeden Tage ein paar Sätze zu verlieren. Mal schaun ob ichs schaff.

Für alle die es noch nicht wissen:

Es verschlägt mich nach Hayastan. Hayastan ist armenisch und bedeutet Armenien. (Հայաստանի so schreibt man das übrigens auf armenisch). Ein Land, in dem ich wohl keine Kehrwoche zu erwarten hab. Mal schaun was da sonst so abgeht.

Momentan bin ich ziemlich gespannt was dort so abgeht. Ein bisschen Aufgeregt. Wie ein kleiner junge vor nem großen Fussballspiel. Ich weiß noch nicht ob die Aktion gut oder schlecht ist und was genau auf mich zukommt.

Ich habe nur sehr spärrliche Infos über meine Arbeitgeber und die Tätigkeit dort. „Solution of differential equation for elastic and surface and seismic waves“ steht in der Beschriebung, also frei übersetzt: Lösungen für Differentialgleichungen von Schwinngungsproblemen bei verschiedenen Wellen. Mal schaun ob ich das kann. Schwinngungs-DGL’s waren noch nie so mein Ding. Mein Arbeitgeber dort ist die National Academy of Science of Armenia. Mein Chef ist Mels Belubekyan. Wie ich von einer Internetseite erfahren habe leitet er dort die Mechanical Devision. Mechanik war auch noch nie so mein Ding.

Naja, hier und da muss man dann schon Abstriche machen. Es ist ja immerhin Armenien

Ausserdem weiß ich mittlerweise, dass ich im Zentrum von Eriwan wohnen werde. Umgerechnent bekomm ca. 120€ im Monat als Gehalt. Das ist gerade der Durchschnittslohn in Armenien. Hoffentlich erwarten die für „soviel“ Geld nicht zuviel von mir.

So, das wars mit der Einführung. Liest wahrscheinlich eh jeder nur recht flüchtig durch.

Für diejenigen die es Interessiert habe ich drei Videos rausgesucht. Einmal „mit offenen Karten“ von ARTE. Das ist glaube ich eine ganz gute Einführung über Armenien.

die andere zwei Videos sind Werbefilme für Armenien, die ab und zu auf CNN zu sehen sind: